Vereinslehrgang zum 4.Jahrestag der Aikidosparte in Grömitz

„Uke-Verhalten und Bewegungsformen in der Technik“ waren die Themen des Aikidolehrgangs am 21. und 22. April 2007 in Grömitz. Carsten Foth (3. Dan) hat dazu den 27 Teilnehmern unterschiedlichsten Alters und Graduierung mit einem gut strukturierten und aufeinander aufbauenden Lehrgangsprogramm gezeigt:

-         was zu einem „guten“ Uke-Verhalten gehört,

-         warum das Uke-Verhalten für den Nage bei der Ausführung der Technik wichtig ist  und

-         welche Faktoren die Ausführung einer Technik beeinflussen können.

So weit die Kurzfassung.

Als Thomas Clausen mich fragte, ob ich einen Bericht zu diesem Lehrgang schreiben könnte, sagte ich spontan zu. Aber als ich dann zuhause saß und mir überlegte was ich schreiben möchte, kam ich zu dem Schluss, dass ich nur meine ganz persönlichen Eindrücke wiedergeben kann. Und das möchte ich hier tun.

Carsten erklärte uns in seiner Einleitung, dass die Ausführung einer Technik abhängig ist von der Größe und Statur des Angreifers und natürlich auch der eigene Körperbau die Technik beeinflusst. Daher fällt naturgemäß ein und dieselbe Technik, je nach dem ob der Uke größer oder kleiner, schwerer oder leichter ist, immer etwas anders aus.

Was damit gemeint war, zeigte Carsten uns im weiteren Verlauf des ersten Lehrgangstages anhand verschiedener Nage-Waza Techniken. Großen Wert legte er dabei darauf, dass nicht der Uke sondern Nage die Technik führt und demonstrierte uns anschaulich, warum „gut gemeintes“ Uke-Verhalten für die Technikausführung genaugenommen schädlich ist.

Am zweiten Tag nahm Carsten den Jo mit ins Programm hinein. Da einige von uns noch nie, oder nur hin und wieder mit dem Jo zu tun hatten, fing Carsten mit einfachen Partnerübungen an und steigerte dann langsam die Schwierigkeit der Techniken. Im Mittelpunkt standen wieder die Themen, wie muss Ukes Angriff korrekter Weise aussehen und wie erhält Nage (mit, oder gegen den Stock) die für die Technik nötige Distanz zum Partner.

Besonders gut an Carstens Lehrgang gefiel mir, dass er zu jedem Fehler den er korrigierte, die Konsequenzen die daraus folgen plausibel erklärte und diese auch anschaulich demonstrierte. Manchmal erzählte er dazu passend eine nette Anekdote aus seinen Aikidoerlebnissen und schuf  dadurch eine lockere, freundliche Atmosphäre.

Alle Teilnehmer des Lehrgangs werden daher sicher den abschließenden Worten von Bernd Voss (2. Dan) zustimmen: wir würden uns sehr freuen, Carsten bei weiteren Lehrgängen begrüßen zu dürfen.

Ich hatte während des Lehrganges einige Aha-Erlebnisse, weil Carstens Erläuterungen mich auf einen Denkfehler aufmerksam gemacht haben. Mit einem Mal fügen sich nun Einzelteile, die ich zuvor gelesen, oder schön öfter im Training gehört und erfahren habe, wie ein Puzzle zusammen. Für mich hat sich der Lehrgang daher sehr gelohnt.

 Anne Strack