Aikido mit Martin Glutsch in Kaltenkirchen


 

Am Wochenende vom 31.3.-1.4.2007 trafen sich in Kaltenkirchen ca. 100 Aikidoka, vom 5. Dan bis zum 6.Kyu, aus 25 Vereinen. Es kamen Teilnehmer aus Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen, um an einem Vereinslehrgang der Aikido-Abteilung der Kaltenkirchener Turnerschaft unter Martin Glutsch, 5. Dan aus Böblingen, teilzunehmen. Auf 500 m² Mattenfläche beeindruckte Martin die Teilnehmer mit seinem facettenreichen Aikido.

In drei Trainingseinheiten zeigte Martin den Lehrgangsteilnehmern „sein Aikido“.

Im ersten Teil zeigte er Techniken, bei denen es darum ging, den Uke während der Ausführung sowohl zu führen als auch mit seinem ganzen Körper wahrzunehmen. Im zweiten Teil war Training mit dem Bokken angesagt. In einer methodisch sehr schön aufgebauten Übungsreihe, welche mit Erläuterungen zur Handhabung des Bokkens begann, über Schlagübungen mit dem Bokken, Shomen-Uchi war angesagt, bis zum Kumitachi (Partnerübungen mit dem Bokken), war diese Übungsreihe aufgebaut. Kumitachi wird im normalen Trainingsbetrieb der DAB-Landesverbände SH und HH äußerst selten praktiziert. Handelt es sich dabei um eine „Erblast“ ?!?

Für einige Aikidoka stellte die Partnerarbeit mit dem Bokken einen gänzlich neuen Erfahrungsbereich dar, da sowohl Uke als auch Nage beim Kumitachi  konzentriert mit dem Partner die Bewegungsabläufe  praktizieren müssen. Martin legte sehr viel Wert auf ein gutes Sabaki, das beim Training mit dem Bokken unbedingt erforderlich ist.

Bei der dritten Einheit  ging es um direkte Irimi-Eingangsformen aus dem Angriff Shomen-Uchi und die Kontrolle des Zentrums des Partners - ein Aspekt, der durch spielerische Formen abgerundet wurde. Martin nahm dabei Bezug auf die vorherigen Übungsformen mit dem Bokken.

Martins Aikido ist angenehm präzise und dabei dennoch frei, d.h. nicht fixiert auf eine bestimmte Ausführung. Seine hohe technische und methodische Qualität und sein unaufdringliches Auftreten hinterlassen einen sehr sympathischen Gesamteindruck. Er überforderte weder die zahlreich vertretenen 5. und 4. Kyu-Grade, noch unterforderte er die ebenfalls zahlreich vertretenen Dan-Grade, bei denen er auch immer wieder Hinweise im Technikbereich gab.

Mein Eindruck war, dass jeder Aikidoka, seinem persönlichen Trainingsstand entsprechend, Eindrücke und Anregungen für seinen weiteren Weg des Aiki sammeln konnte. Ich selbst werde auch einige Anregungen in mein weiteres Training einbauen können.

Aufgrund der durchweg positiven Resonanz der Teilnehmer nach Beendigung des Lehrgangs ist eine Neuauflage des Vereinslehrgangs im nächsten Jahr, natürlich mit Martin als Lehrer, nicht ausgeschlossen. Es wäre meines Erachtens nach sehr schön, Martin noch einmal als Trainer gewinnen zu können.

Mich persönlich freute auch die Teilnahme von Aikidoka aus anderen Verbänden, was mir zeigt, dass der Weg des Aiki auch über Verbandsgrenzen hinweg verbindet.

Rolf Steenbock , Kaltenkirchener Turnerschaft