Yoga
meets Aikido
vom
1.7.2006
Am Samstag dem 1.Juli fand im Lübecker Judo Club ein
Workshop der besonderen Art statt. Über 30 Teilnehmer aus ganz Schleswig-
Holstein ließen sich von dem Thema "Aikido und Poweryoga"
geleitet von Gerd und Dirk Bennewitz sowie Andreas Kubasch anlocken.
Auf dem Programm standen drei verschiedene Trainingsformen: Yoga,
(normales) Aikido und Self defence Aikido, wie es Dirk Bennewitz
entwickelt hat.
Das Aikidoprogramm wurde von Andreas Unterricht umrahmt, die die Gruppe
mit Poweryoga aufweckte und mit speziellen Übungen auf das nachfolgende
Aikidotraining einstimmte. Die Form des Poweryoga wurde in Amerika aus dem
klassischen Yoga entwickelt und auf die Bedürfnisse der Westler
zugeschnitten. Seine Zielsetzung ist die Anhebung des Energieniveaus (Prana,
entspricht ungefähr dem japanischen Begriff Ki) von Körper und Geist.
Nach den Übungen merkt man sehr wohl, dass man etwas getan hat, fühlt
sich aber belebt und präsent. So gingen die Teilnehmer des Workshops
deutlich belebt in die zweite Runde, die Gerd mit einigen ausgewählten,
besonders runden und harmonischen Aikidotechniken begann.
Dirk Bennewitz setzt in dem von ihm entwickelten Self defence Aikido das
Ziel, realistische Situationen nachzustellen und somit das Training in die
Lebensrealität (sprich mögliche Angriffe auf der Straße o.ä.) zu
integrieren. Für die Teilnehmer des Workshop bot er deshalb als Einstieg
ein Szenariotraining an: Zwei Angreifer versuchten den Ausführenden zu überwältigen,
der über eine bestimmte festgelegte Zeit hin ausweichen und sich zur Wehr
setzen sollt, falls er oder sie gefasst wurde. U.U. wird so ein Extremwert
erzeugt, wenn der Verteidiger am Boden liegt und sich gegen zwei Personen,
die auf ihm liegen wehren muss. Durch die Lockerung der
Trainingskonventionen und Verabredungen des Aikido erreicht man letztlich
auch ein Training der Psyche. Die Situation, dass man nicht selbst
abklatschen konnte, um den Angriff zu beenden war für viele Trainierende
neu. Hierbei stellten sich z.T. andere Gefühle ein, als im normalen Üben
im Dojo. Während des Szenariotrainings feuerte Dirk stets den bzw.
die Nage an, was bei diesen noch mal ungeahnte Energien freisetzte. Die Übungssequenz
endet bei Neulingen immer mit einem Erfolgserlebnis: Der Verabredung
entsprechend werden die letzten Sekunden von den Ukes so gestaltet, dass
Nage sich befreien kann. (Motivation steigern)
Wichtig sind nach Dirks Ansicht im Self defence Aikido die Basics wie
Griffsicherheit und Gleichgewichtsbrechung zielorientiert
einzusetzen. Ebenso schult er Kombinationstechniken, damit Nage, wenn eine
Technik mal nicht geklappt hat, weiß was er oder sie machen kann.
Nach dem intensiven Training endete der praktische Teil des Workshops mit
Yin Yoga, eine Form des Yoga, die weniger Positionen (Asanas) praktiziert,
sondern eher auf mentaler Ebene wirkt. Über den Atem wird der Kifluss
gelenkt, der Praktizierenden schöpft Kraft und findet seine Balance
wieder.
Nach dieser wunderbaren Entspannung standen für die Gäste Erfrischungen
und Fingerfood bereit. Der Blick in entspannte aber auch fröhliche und
belebte Gesichter zeigte, dass dieser besondere Workshop gut angekommen
ist.
Wer Lust bekommen hat auf mehr: Dirk und Andrea bieten auch in Lübeck
immer wieder Kurse an. Übers Netz findet man die Infos unter www.inspyayoga.de
oder unter www.instinctivesurvival.q27.de
Frauke Drewitz, Lübecker Judo Club
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