Aikido – moderne Selbstverteidigung

Aikido-Landeslehrgang vom 04.-06.06.2010
in Bad Malente-Gremsmühlen mit Hubert Luhmann, 6. Dan

 

Zu unserem zweiten Landeslehrgang im Dojo des Sport- und Bildungszentrums Malente hatten wir Hubert Luhmann, 6. Dan Aikido, aus dem Bundesland Nordrhein-Westfalen eingeladen. Hubert Luhmann ist in Norddeutschland noch nicht so bekannt, sollte es jedoch sein, zumal er seit über 35 Jahren Aikido betreibt und wichtige Funktionen im Bundes- und Landesverband ausübt. Neben seiner langjährigen Tätigkeit in der Technischen Kommission des DAB bekleidet er nunmehr auch das Amt des 1. Vorsitzenden im Aikido-Verband Nordrhein-Westfalen.

Eine weitere seiner Eigenschaften sollte erwähnt werden, seine berufliche: Als Polizeibeamter mit langjähriger Erfahrung in teilweise schwierigen oder auch gefährlichen Zugriffssituationen und Auseinandersetzungen mit Gewalttätern hat er sowohl die körperlichen als auch psychologischen Aspekte konfrontativer Situationen, der Selbstverteidigung/-behauptung und der Durchsetzung hautnah kennengelernt, entsprechende Analysen angestellt und gemeinsam Taktiken entwickelt, in denen sich die Prinzipien des Aikido wiederfinden.

Vor diesem Hintergrund eigener Erfahrung wusste Hubert Luhmann im Unterricht auch viele Hinweise für die Führung des Uke im Aikido zu geben, die zur Kontrolle des Uke und zum Selbstschutz wichtig sind.

Einfach, klar und wirksam die Technik, sportlich-dynamisch die Physis, freundlich-lebendig und aufmerksam im Wesen - insgesamt beneidenswert jung geblieben trotz seiner nun auch meisterlichen langjährigen Erfahrung. Das ergibt eine Kombination, bei der in den Trainingseinheiten die Zeit wie im Fluge verstrich und alle Teilnehmer stets motiviert trainierten - bei saunahaften Temperaturen im Dojo. Denn wie der Zufall es will, hatten wir das bislang wärmste Wochenende des bisher kalten Sommers erwischt. Der Schweiß floss in Strömen wie der Regen im Frühjahr.

Als besonders interessant empfand ich sein Lehrbeispiel für die Arbeit mit Stab und Boken, welche nicht spiegelverliebte, unendliche Choreografien anstrebt, sondern auf der Erfahrung fußte, die zunächst mit leichten und kontrollierten Stockfechtübungen gewonnen werden. Diese vermitteln dem Übenden ein realitätsnahes Gefühl für die Einsatzmöglichkeiten und Wirkungsweisen des Stabes oder Bokens. Statt verspielter und „in Schönheit sterbender“ kann man also auch leicht nachvollziehbare Stock- und Schwertkatas festlegen, die dem Ziel folgen: klare und wirksame Bewegungen, die einfacher zu verinnerlichen, jedoch allseits anwendbar sind. Das finde ich sehr überzeugend.

Das schöne warme Wetter hat uns nicht nur schwitzen lassen, auch die außerhalb des Trainings liegenden Stunden haben wir bis in den Abend genießen können. Die regelmäßigen Besucher des SBZ Malente kennen ja aus eigener Erfahrung die kommunikativen Abende, in denen man auch viel Privates voneinander erfährt.

Wir danken Hubert für den schönen Lehrgang und hoffen auf ein baldiges Wiedersehen auf der Tatami.

Ulrich Schümann

 

Einen ausführlicheren Bericht von Christina findet ihr hier.

 

         
       
         

Fotos: Ulrich Schümann

 

 

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