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Ob es am Thema lag, dass
besonders viele Jugendliche unter den Teilnehmern des Landeslehrgangs,
der vom 22. bis zum 24. Februar 2008 in Malente stattfand, waren?
Das Motto des AVSH
lautete: „Aikido spielerisch lernen“. Wer nun dachte: „Da wird nur
gespielt“, oder: „Das ist nur was für Kinder“, der war schief
gewickelt.
Ediths Interesse galt vor allem auch dem Einsatz der Tegatana. Die
Kombination dieser Themen erfuhren wir somit in Form eines manchmal auch
spielerischen Einsatzes der Tegatana oder freien Formen.
Klar, Spaß hat es gemacht,
unter Ediths klarer und freundlicher Anleitung zu trainieren, aber es
ging gut zur Sache. Nach mehr als 8 Stunden Training, verteilt über drei
Tage, waren nicht nur meine Füße wund gerollt. Edith hatte für die
Teilnehmer ein Programm zusammengestellt, bei dem wir wunderbare,
grundlegende Übungen mit genügend Zeit für genaues und forschendes
Arbeiten machen konnten. Für Teilnehmer ab Gelbgurt ist die
Grundlagenarbeit schließlich besonders hilfreich, aber auch für mich als
Danträgerin gab es Input en masse. Hängen geblieben ist z.B. der Einsatz
der Hüfte beim Sabaki, das saubere, präzise Schlagen bei Yokumen-Uchi,
Shomen-Uchi und Shomen- Tsuki. Das kann man gar nicht genug üben.
Schließlich kann Nage nur aus einem sauberen Angriff eine vernünftige
Technik machen. So stürzten wir uns meist mehr oder weniger kontrolliert
aufeinander und rollten über die Matte, die zum Glück nicht zu voll war.
Es ging durch das komplette Kyu-Programm, den Abschluss eines jeden
Trainings bildete in typisch heymannscher Manier Kokyo Ho aus Zaho. Aber
auch die Waffen kamen nicht zu kurz. Das hat besonders unsere
Jugendlichen gefreut, die immer glücklich sind, wenn - wie hier - ihr
Jo zum Einsatz kommt.
Edith hat uns viele nette
Ideen für die Gestaltung des Trainings mitgegeben. Von da her mag sich
jeder Trainer, der nicht in Malente war, berechtigterweise ärgern. Nur
eine schöne Idee sei hier weitergegeben: Eine Art Randori haben wir
gemacht, zum Einstieg nur mit Shiho Nage aus Yokumen-Uchi. Wir
arbeiteten zu dritt und das Motto war: „Wer eben gerollt ist, wird
angegriffen.“ So ist man zu dritt munter beschäftigt und trainiert die
schnelle Reaktion. Zu Hause in Lübeck haben wir den Geheimtipp gleich
mit differenziertem Anforderungsniveau umgesetzt.
Natürlich hat nicht nur
das Training Spaß gemacht. Schön war es für mich, als Trainerin zu
sehen, wie gut die Jugendlichen miteinander umgegangen sind, wie viel
Spaß sie hatten und wie verantwortlich sie sich gezeigt haben. Dass das
Abendprogramm mit Spielen im Gemeinschaftsraum sich z. T. recht lange
hinzog, war kein Problem, saßen doch alle müden Gesichter am
Frühstückstisch und erschienen pünktlich auf der Matte. Ich vermute,
dass so manch ein 15- oder 16-jähriger am Sonntagabend Abend früh im
Bett verschwunden sein wird...
Wir Erwachsenen haben die
Gelegenheit genutzt und geplaudert über Gott und die Welt und über
Aikido. Mit Edith geht das hervorragend. Ihre freundliche und offene Art
ist einfach toll. Gleichzeitig fasziniert mich, mit wie viel Energie und
Fitness sie über die Matte fliegt. Und Ulrich Schümann musste wie alle
ihre Ukes feststellen, dass Edith richtig Spannung hat. Er flog im hohen
Bogen und gab dabei des Öfteren ungewöhnliche Geräusche von sich. Es
war schon toll zu sehen, wie sie mit Leichtigkeit Männer, die gut zwei
Köpfe größer und etliche Pfunde schwerer als sie waren, über die Matte
segeln ließ. Da kann man und frau nicht anders, als ihr nachzueifern.
Also, trainieren wir weiter!
Frauke Drewitz, Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im AVSH
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