Samurai Camp 2006

Motivierte Samurai und Betreuer vom 15. bis 19.  August 2006 in Grömitz/Lensterstrand

101 jugendliche Aikidoka mit 11 Betreuern waren vom 15. - 19. August im  Samurai Camp, das zum ersten Mal in Grömitz/Lensterstrand stattfand. Es war das vierte Camp, das der Aikidoverband Schleswig-Holstein ausgerichtet hatte. Die Teilnehmerzahl wuchs von Jahr zu Jahr.

Camp hatte sich in diesem Jahr einen japanischen Namen gegeben: Samurai Gaschuku. Ein Gaschuku ist ein Ort, an dem viele motivierte Menschen an mehreren Tagen etwas erarbeiten. Dies war bei dem Samurai Camp, das der Aikido-Verband Schleswig-Holstein  unter Federführung der Jugendleiterin Lilo Schümann mit einem 11 Personen starken Teams durchführte, der Fall.  Alle Betreuer identifizierten sich gerne mit dem neue entstandenen Logo auf ihrem T-Shirt.

Das Jugendzeltlager Wetzlar in Grömitz am Lensterstrand bot exzellente Voraussetzungen für das Gelingen des diesjährigen Samurai Camps. Der Komfort einer eigenen Turnhalle, ausgelegt mit 370 qm eigenen Budo-Matten, der große Speisesaal sowie der Gruppenraum, die sauberen Sanitäranlagen und das gute Essen wurde sehr genossen. Die nahe Lage zur Ostsee bot ihren eigenen Reiz.

In Kurzform wird hier der Ablauf des Camps dargestellt. Hierbei geben die Bilder genügend Auskunft über die Stimmung der Teilnehmer und die jeweiligen Situationen.

Am 15.08.06 reisten die Teilnehmer bis ca. 12.30 Uhr an. Aus Schleswig-Holstein nahmen 80 und aus  Niedersachsen 21 jugendliche Aikidoka teil. 5 weibliche und 6 männliche Betreuer standen den Teilnehmern rund um die Uhr zur Verfügung. Leider waren die Hamburger in diesem Jahr aufgrund der ungünstigen Terminsituation nicht dabei. Das soll sich im nächsten Jahr verbessern. Die Hamburger wurden schon vermisst.

Für das Aikido-Training stand uns eine schöne kleine Sporthalle zur Verfügung, in der wir ca. 370 qm Mattenfläche aufbauen konnten. Gleich nach dem eingenommenen Mittagessen wurde die Halle ausprobiert.

 

Gleich nach dem Abendbrot wurde das Gelände erkundet. Beim ersten Geländegang suchte die Gruppe auch die Ostsee auf. Die Teilnehmer waren nicht mehr zu halten. Einige gaben sich dem Nass der Ostsee in voller Bekleidung hin. Nach der ersten Rüge der Betreuer wurde erst einmal ausgiebig der Duschraum mit herrlich warmem Wasser sowie der Trockenraum genutzt, um nasse Kleidung für die kommenden Tage in ihren ursprünglichen Zustand zurückzuversetzen.
Noch am ersten Abend des Anreisetages wurden die Kinder und Jugendlichen in die Kunst des Bogenschießens eingeweiht. Pia, die den ortsansässigen Verein vertrat, übernahm diesen Part für die Aikidoka aus Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Sie staunte nicht schlecht angesichts der Anzahl der interessierten Besucher. Es waren 60 Aikidoka, einer davon mit eigenem mitgebrachtem Bogen, der Pia tatkräftig unterstützte. Die im Zeltlager verbliebenen Aikidoka trainierten fleißig mit Patrick, Rebekka und Holger.
In den Folgetagen trafen sich die ersten "Samurai" morgens um 7:00 Uhr  zum gemeinsamen Baden in der Ostsee, bevor dann um 8:00 Uhr das Frühstück eingenommen wurde, bis die Blaualgen am Donnerstag einen Strich durch die Rechnung machten.

Mit dem Essen im Jugendlager waren die "Samurai" sehr zufrieden, auch wenn nicht in jedem Einzelfall immer die Geschmäcker getroffen wurden.

Absoluter Hit des Lageressens waren die Pfannkuchen mit süßen, aber auch pikanten Beilagen, hmm ... lecker! Überhaupt waren wir begeistert, da immer frisch gekocht und alles mit frischen Kräutern zubereitet wurde. Die Möglichkeit des Nachschlags wurde intensiv genutzt.

Am Mittwoch ging es am Nachmittag auf Wanderschaft. Einen attraktiven Ausflugsort stellte das nahe gelegene Örtchen Cismar mit Kloster, Naturkundehaus und Zen-Töpferei dar. Ein Museumspädagoge in der Kleidung eines Benediktiner-Mönches führte die Kinder auf dem Gelände des Klosters in das Leben im Mittelalter ein. Dies gelang ihm aufgrund der mitgebrachten "Zeitzeugen" auf sehr lebendige Art.

Der Familienbetrieb des Naturkundehauses begeisterte die Kinder für verschiedenste Naturfunde.

Der ortsansässige Zentöpfer erwartete die Kinder mit einem Vortrag über seine Erfahrungen mit Japan, wo er einige Zeit als Schüler eines japanischen Töpfermeisters lebte. Die nötigen Sprachkenntnisse brachte er sich mit Hilfe von Literatur selbst bei. Der in Europa seltene japanische Anagma-Brennofen  sowie die teilweise mit Ikebana dekorierten Keramiken auf schlichten Möbeln konnten bestaunt werden.
Mit dem Ausflug nach Cismar war das Tagesprogramm noch nicht beendet. Am Abend wurden Kalligraphie und Origami, aber auch Werwolfspiele und anderes auf freiwilliger Basis angeboten. Abhängen war auch erlaubt. Der Gruppenraum wurde kurzerhand mit mehreren Tischen aufgerüstet für das künstlerische Angebot.
Am nächsten Tag, dem Donnerstag, sollte der Spaß nicht zu kurz kommen: Der nahe gelegene Hansapark wurde ganztägig erkundet. Alle Kinder fanden geeignete Betreuer, um mit ihnen gemeinsam die Fahrgeschäfte zu nutzen, da die Kleineren einige spannende Geräte nur in Begleitung eines Erwachsenen betreten durften. Die Älteren erprobten sich auf dem Hochseilpark. Die "Samurai" freuten sich über das Spaßerlebnis und das gute Wetter. Bei der Rückkehr konnte nicht mehr in der Ostsee gebadet werden, da sich dort die Blaualgen ausgebreitet hatten.
Wer sich noch nicht ausgetobt hatte, hatte dazu reichlich Gelegenheit bei einer selbst organisierten Disco. Die Stimmung war äußerst ausgelassen und auf dem Höhepunkt. Die jungen Disc-Jockeys und die Vorbereitungen einiger jungen Damen hatten großen Anteil daran.
Neben den verschiedenen Aikidotrainings in der Halle und auf dem Gelände, mit Stock oder Schwert oder auch ganz ohne Waffen und dem neuen Geländespiel namens Saga war das gemeinsame Grillen am Abend vor der Abfahrt ein Höhepunkt. Nun kam auch endlich die Gitarre und der Gesang zur Geltung.
Zwischen den organisierten Aktionen und Trainingszeiten konnten die Teilnehmer vielen weiteren Aktivitäten nachgehen, die hier gar nicht alle genannt werden können, wie z. B. Schach, den bereits genannten Papierfalttechniken, Tuschemalerei, Werwolf-Spielen, Beach-Volleyball, Tischtennis, eine Miss-Wahl, etc., all das, was man unter "Lagerleben" verstehen kann.

Und selbstverständlich wurde auch Aikido trainiert. Trotz der schönen Sporthalle war es sinnvoll, die Gruppe aufzuteilen und in verschiedenen Stationen innerhalb und außerhalb üben zu lassen. Der große Sportplatz ließ dazu viel Raum.
Dieses Camp konnte nur so gestaltet werden, weil insgesamt 11 Betreuer Tag und Nacht im Einsatz waren. Thomas und weitere Aikidoka vom TSV Grömitz und einige Eltern haben tatkräftig beim Transport und Ab- und Aufladen der Matten mitgeholfen.  Die Betreuer sowie die Lagerleitung des Zeltlagers Wetzlar haben viel Lob erhalten. Ihnen sei an dieser Stelle nochmals herzlichst im Namen des Vorstandes des Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein gedankt.
 

Alle Kinder und Jugendliche waren sich einig, dass das Camp im nächsten Jahr wiederholt werden muss. Viele Kinder haben neue Freunde gefunden und wollen sich gerne im nächsten Jahr wiedersehen. Das Zeltlager Wetzlar in Lenste hat den Aikidoka sehr gut gefallen. Alla, die junge Russin, die bei dem Samurai Camp hospitierte, um in Wolgograd Aikido für Kinder und Jugendliche anzubieten, war ebenfalls angetan von dem guten Zusammenwirken des Teams und der Teilnehmer. Die Einsatzfreude und die Lockerheit hat sie besonders gelobt. Sie hat sich herzlich bedankt für die vielen Eindrücke. Mittlerweile ist sie wieder gut und wohlbehalten in Wolgograd angekommen.

Sowohl Betreuer als auch Teilnehmer freuen sich schon jetzt auf das Samurai Camp 2007, das im nächsten Jahr um einen Tag verlängert werden soll. Einen Wunschtermin, der hoffentlich realisiert werden kann, gibt es schon. Dieser ist so gewählt, dass außer den Schleswig-Holsteinern auch Aikidoka aus Hamburg und Niedersachsen  teilnehmen können.

Lilo Schümann
Jugendleiterin des
Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein

 

 

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