Samurai-Camp 2005

Ein Samurai kennt kein schlechtes Wetter!

 

 

Vom 19. – 23. Juli 2005 trafen sich 72 Kinder/Jugendliche aus Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen mit 10 Betreuern zum alljährlichen Samurai-Camp des Aikido-Verbandes Schleswig-Holstein in Niederkleveez in der Nähe von Malente/Plön.

Wie im Jahr zuvor waren die Aikidoka im Alter von 9 – 16 Jahren wieder in 12er-Zelten im Adlerhorst an der Schwentine untergebracht. Dieses idyllische Naturschutzgebiet stellte für fünf Tage das Dojo und Zuhause der Samurai dar. Im Gegensatz zum Vorjahr waren sie dieses Mal sehr stark den Unbilden des Wetters ausgesetzt. Von den fünf Tagen gab es nur einen regenfreien Tag! Aber ein Samurai kennt bekanntermaßen kein schlechtes Wetter!

Am Dienstagnachmittag bezogen alle Aikidoka nach Einweisung ihre Zelte. Jeder Teilnehmer erhielt nach der Begrüßungsrede von Lilo Schümann (kom. Jugendwartin des AVSH und 2. Dan) den obligatorischen Namensbutton als Erkennungszeichen. Nach dem ersten gemeinsamen Abendessen wurden die Aikido-Matten von einem Sportkollegen der Kaltenkirchener Turnerschaft angeliefert – hierfür noch einmal unser herzlicher Dank. Da die Teilnehmer aus Niedersachsen dankenswerterweise ebenfalls einige Matten mitbrachten, konnten während dieses Lehrganges auf 72 qm Mattenfläche auch Fallübungen und spezielle Boden- und Wurftechniken ausgeführt werden.

Am ersten Abend eröffnete Patrick David (1. Dan, USC Clausthal-Zellerfeld) den Trainingsreigen mit dem Jo (Stab). Für viele Kinder und Jugendliche war dies die erste Berührung mit dieser Waffe. Trotz der Unerfahrenheit und der großen Teilnehmerschar verlief das Training interessant und ohne Blessuren. Dies war auch auf die gute Einführung durch Patrick zurückzuführen.

Obwohl die Betreuer Kennenlernspiele vorgesehen hatten, verlief das gegenseitige Kennenlernen so rasant und aufgrund der Buttons reibungslos, dass kurzerhand darauf verzichtet werden konnte!

Am Mittwoch fand der sogenannte „soziale Tag“ statt. Alle Teilnehmer verrichteten Tisch-, Spül-, Aufräum- und Mülldienste für das gesamte Camp (ca. 250 Personen). Hierbei war Gerechtigkeit ganz groß geschrieben!

Dennoch kam das Aikido-Training nicht zu kurz. Es wurden insgesamt drei Trainingseinheiten angeboten, wovon eine freiwillig war. Auch diese war sehr gut besucht. Die Matten waren bei den verschiedenen Trainingsformen eine wertvolle Unterstützung. Lilo zeigte Ausweichformen gegen Schlagangriffe mit dem Schwerpunkt der Brechung des Gleichgewichtes des Uke (Angreifer). Hieraus entwickelte sie den Shiho-Nage in einer effektiven Variante. Abends wurde diese Einheit noch mit dem Jo vertieft.

Auch die Kreativität kam nicht zu kurz! Japanische Kalligraphie, wie sie auch Morihei Uyeshiba betrieb, stand auf dem Programm. Die Zeichen Ai, Ki und Do wurden unter Anleitung von Madleen Genzow und Lilo mit schwarzer Ausziehtusche auf schwerem Aquarellpapier mit dicken Pinseln nach Vorlage gestaltet. Dabei kam der originalen Ausführung der Schriftzeichen besondere Bedeutung zu.

Am Donnerstag war der von Lilo organisierte Ausflugstag vorgesehen. Vorher gab es jedoch noch ein regenfreies Training am Vormittag. Das für die Älteren vorgesehene Kanufahren musste aufgrund des starken Regens und des Windes verworfen werden. Selbst die als Ersatz vorgesehene Fahrradtour konnte nicht stattfinden. Kurzerhand wurde umorganisiert. So fuhren drei altersmäßig eingeteilte Gruppen zeitversetzt mit den informierten Plöner Verkehrsbetrieben nach Plön. Zwei Gruppen besuchten das Naturparkhaus in Plön nahe des Schlosses. Eine Mitarbeiterin des Naturparkhauses begeisterte die Kinder mit einer altersgemäß aufbereiteten Führung mit Schwerpunkt Fledermaus und Adler. In Anlehnung an den Namen des Zeltlagers konnten die Samurai einen Adler samt Horst bestaunen. Mit Hilfe eines Holzpuzzles lernten die jungen Aikidoka spielerisch die Holsteinische Schweiz kennen. Die dritte Gruppe, bestehend aus den älteren Teilnehmern betätigte sich sportlich beim Kegeln inmitten der Stadt Plön.

Der schöne Tag klang mit einer temperamentvollen Disco und einem spontanen Nachtbaden im Behler See aus. 

 

Am Freitag, dem einzigen sonnigen, regenfreien Tag, wurden alle noch aktiver als zuvor. Endlich konnten alle vorbereiteten Programmpunkte nachgeholt werden.

Vormittags fiel ausnahmsweise das Aikidotraining zugunsten des Chaosspiels aus. Ein Schiedsrichtertisch wurde aufgebaut, Gruppen ein- und Aufgaben verteilt. Innerhalb kürzester Zeit stoben die Samurai auseinander, um im abgesteckten Gelände nach Lösungszetteln zu suchen. Das Chaos war perfekt! – Daher die Spielbezeichnung. Schon beim Zuschauen wurde einem schwindelig. Besonders viel Spaß bereiteten die Verkleidungsaufgaben, die Nachahmung der Bremer Stadtmusikanten, das Pantomimenspiel und der Buchstabensalat mit Aikido-Begriffen. Sogar Allgemeinwissen und Geographie-Kenntnisse waren erforderlich, und das in den Schulferien.

Zwischen Chaosspiel und Mittagessen übten sich einige in den Fertigkeiten des Bogenschießens, so wie damals die Samurai.

Nach dem Mittagessen boten Patrick, Pieter Genzow (1. Kyu, TSV Wattenbek) und Lilo rotierend drei Trainingsstationen an. Hierbei zeigte Patrick Techniken mit dem Bokken (Schwert), Lilo mit dem Tanto (Holzmesser), und Pieter nutzte die Mattenfläche, um die Fallschule zu vertiefen. Der freie Fall war hierbei der Höhepunkt.

Direkt nach dem Aikidotraining wurde wieder Kalligraphie in kleinen Gruppen angeboten, und das lang erwartete Kanufahren konnte stattfinden. In mehreren Kanadiern wurden der Behler- und der Dieksee unsicher gemacht. Hier konnten die Aikidoka ihre gute Teamarbeit unter Beweis stellen.

 

Während sich die Letzten noch auf den Spuren der Seeräuber befanden, wurde das Camp für den Grillabend hergerichtet. Gleichzeitig wurden die Matten in den eigens bereitgestellten Transporter verladen. Bei Wurst und Salat konnten sich dann alle nach dem anstrengenden Tag stärken. Einen krönenden Abschluss bildete der Spieleabend. Das sogenannte „Kartenrutschen“ war hierbei der Favorit.

 

Am Samstag hieß es dann nach dem Verstauen des Gepäcks und der Übergabe der Zelte „Abschied nehmen“, lieb gewonnenen Freunden adieu zu sagen. Eine gewisse Traurigkeit war zu verspüren. In einer kleinen Abschiedsrede brachte Lilo zum Ausdruck, dass es den Betreuern und ihr sehr viel Spaß gemacht habe, diese Samurai-Woche zu veranstalten. Ein besonderes Lob ging an die Kameradschaftlichkeit. Ein kleiner Trost bildet die Gewissheit, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein Samurai-Camp geben wird. In der Planung sind fünf bis sechs Tage Anfang August 2006 vorgesehen. Der genaue Termin wird noch unter www.aikido-sh.de bekannt gegeben.

Patricia Siedler, Kaltenkirchener Turnerschaft

Thorsten Dibbern, TSV Wattenbek

Lilo Schümann, kom. Jugendleiterin des AVSH und Organisatorin des Samurai-Camps

   
   
Und hier berichten die Samurais, wie ihnen das Camp gefallen hat. Fast jede(r) zweite hat seinen bzw. ihren Eindruck wiedergegeben.
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