Vom Samurai Camp 2004

im Zeltlager Adlerhorst 17.7.-21.7.

 

Nachdem das letztjährige Samurai Camp in Hütten/Ascheffel alle Teilnehmer und auch Betreuer so sehr begeisterte, wurde das Samurai Camp 2004 von Thomas Kroniger, unserem ausscheidenden Jugendwart, in dem Zeltlager  Adlerhorst an der Schwentine bei Niederkleveez, einem kleinen Ort zwischen Plön und Malente organi­siert. Das Zeltlager liegt abseits des Verkehrs inmitten eines Naturschutzgebietes mit direktem Zugang zum Behler See.

Aufgrund kurzfristiger beruflicher und privater Veränderung unseres Jugendleiters Thomas Kroniger musste die Verantwortung und weitere Organisation des Camps in andere Hände gelegt werden.

Lilo Schümann erklärte sich spontan bereit, gemeinsam mit  Detlef Kirchhof und Patrick David diese Aufgabe zu übernehmen. Im Camp standen den Kindern zeitweise ein elfköpfiges Team beiseite (Leo und Brigitte, Lilo, Detlef,  Patrick, Thomas und Christine, Anja, Holger, Tobias sowie Rebekka.

 

Am Samstag trafen gegen 14.00 Uhr 48 Aikido-Kinder und Jugendliche mit ihren Eltern oder Betreuern  im Zeltlager ein. Nachdem alle Formalitäten erledigt waren, wurden die Zelte zugeteilt. Auf  Zustand und Innenleben der Zelte haben wir Betreuer jedoch keinen Einfluss genommen!

Der jüngste Kandidat war acht Jahre, der älteste 16 Jahre alt, ein großes Altersspektrum also. Wir hatten zwei Mädchen-, drei Jungenzelte und ein Betreuer-Zelt eingerichtet. Beim Bett-Aussu­chen und -Beziehen wurden dann schon einmal die ersten Kontakte geknüpft. Schön war’s, wenn ein bekanntes Gesicht unter den Bettnachbarn vertreten war. Insgesamt waren 15 Vereine aus Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein vertreten, u.a. auch wieder  Clausthal-Zellerfeld, alleine zwölf Teilnehmer kamen aus Hohenwestedt.

 

Nachdem alle ihre Betten eingerichtet hatten und sich ein wenig kennen lernen konnten, gab es dann eine An­sprache der Betreuer-Mannschaft, erst einmal richtete Lilo ein paar Worte zur Begrüßung an die Teilnehmer, dann übernahm Detlef die Ansprache und stellte die üblichen und notwendi­gen Lagerregeln auf .

Um 18.30 Uhr trafen wir uns zum Abendessen. Die Tische waren nach Zelten eingeteilt, so dass jeder mit seinen Bettnachbarn das Essen einnehmen konnte. Nach einigem Hin und Her  hatte auch jeder einen Teller und sein  Besteck gefunden. Während des ersten Abendbrotes trafen dann auch Leo Beck gemeinsam mit Brigitte Hable ein, die extra fürs Aikidotraining aus Nürnberg angereist waren.

 

Um 19.30 Uhr begann dann das erste Training mit Leo als Lehrer und Brigitte als Uke auf dem Rasen – echte Samurai brauchen keine Tatami!

Leo hatte eine kleine Flagge aus Franken mitgebracht, um damit zu dokumentieren, dass er aus Franken  (und nicht aus Bayern) zu uns ins schöne Schleswig-Holstein angereist sei. Leo lehrte am ersten Abend Befreiungsgriffe, die wir alle gut und fleißig eingeübt haben. Die auf­rechte Haltung mit dem entsprechenden Ki spielte dabei eine große Rolle.

Der erste Tag endete nach dem Training um 21.00 Uhr am Lagerfeuer. Detlef hatte dieses schon gut entfacht. Bei solch schöner Atmosphäre haben wir uns ausgetauscht und kennen gelernt. Zur selben Zeit fand eine Disco statt, die die Schreberjugend Hannover veranstaltete und zu der wir herzlich eingeladen wurden. Ein paar Aikidoka folgten dieser Einladung und erzählten später  begeistert von den Lichteffekten  Ich weiß nicht, wie es uns gelungen ist, jedoch kehrte abends gegen 23:00 Uhr tat­sächlich „Zeltruhe“ ein. Das bedeutete, dass noch leise weiter geredet werden durfte. Wir Betreuer waren zufrieden mit der Bettruhe.

Wie ging’s weiter?

Am Sonntag wurden alle um 7.00 Uhr zur Morgengymnastik und zum Lauf entlang des Sees, angeführt von Thomas, geweckt. Das Tempo war ganz schön flott, alle wurden garantiert wach. Um 8.30 Uhr wurde dann gefrühstückt. Die Betreuer erhielten an diesem Morgen, bedingt durch ein Missverständnis, so ca. 1 Kanne Kaffee pro Person. So wurden dann auch diese wach.

Um 09.30 Uhr ging’s zum Aikidotraining mit dem Schwerpunkt „Atem-Kata“. Diese kann sich auch im Alltag bewähren – vor Hausaufgaben, vor Klassenarbeiten, bei Liebeskummer, usw. Nach dem Mittagessen, das übrigens vorzüglich schmeckte, schauten wir uns eine Kata aus dem Taichi-Dao , ausgeführt von Philip,  dem Neffen des Lagerleiters an. Die Präzision, Konzentration und die Geschmeidigkeit der Bewegungen waren beeindruckend.  

Nach dieser Vorführung wurden alle Teilnehmer von Thomas und Christine in das Handling eines Kanus eingewiesen. Es wurden drei Fahrten à drei Kanus angesetzt. Also mindestens fünf Kinder und ein Betreuer pro Kanu. So manches Kanu lag recht tief im See. Hier war große Disziplin und Ruhigsitzen gefragt. Und nicht nur das, es musste nach Kommando gepaddelt werden, also im gleichen Rhythmus, wobei der Hintermann das Lenken übernahm (bzw. über­nehmen sollte). Einige Besatzungen hatten sich dabei anfangs sehr schwer getan, vielleicht hatte hier und da das Ki gefehlt. Aber mit Geduld, Spucke und vereinten Kräften kamen wir dann ohne zu Kentern ans Ziel.

Im Nachhinein kann ich es immer noch nicht fassen, dass wir es alle zielgenau geschafft haben: Ohne irgendeinen Pfahl zu rammen, sind wir tatsächlich unter der Brücke hin­durch zum Dieksee gekommen. Das war schon ein kleines Wunder!

Abends stand dann wieder Aikidotraining, dieses Mal mit Waffen auf dem Programm.

Wir übten, den Gegner mit dem Stock aus dem Gleichgewicht zu bringen.  Dabei hörte der eine oder andere das Kommando an den Uke: „Erstich mich mal!“ 

Am Abend verstreuten sich dann alle Teilnehmer gruppenweise und gingen ihren Interessen auf dem Zeltplatz nach. Einige von unserer Gruppe trafen sich noch zum freien abendlichen Aikidotraining. Das Lagerfeuer wurde wieder entfacht und gegen 23.00 Uhr kehrte dann wieder zu unserem Erstaunen Ruhe in den Zelten ein.

 

Zwischen den Aikido-Trainingseinheiten  konnten unsere „Kinder“ verschiedenen  Aktivitäten nachgehen: Baden im See, Wanderungen, Trampolinspringen, Federball, Volleyball, Tischtennis, Tischfußball, usw.

Am Montagmorgen sollte dann das letzte Training mit Leo stattfinden: Dieses Mal standen  Koordination und Atemkata auf dem Programm.

Nachmittags machten wir alle eine Wanderung entlang des Sees nach Malente (gefühlte 7,5 km), wo wir uns dann noch einmal kräftig stärkten, bevor wir uns dann gruppenweise trennten und die Glasbläserei oder die Sportschule Malente, wo zeitgleich ein Jo-Jutsu-Training stattfand,  besuchten.

Am späten Nachmittag  trafen wir uns nach unseren Ausflügen am Rathaus in Malente. Dort gönnte sich der eine oder andere noch einmal ein Eis, bevor wir uns auf den Rückweg machten. Das Grillteam, bestehend aus unseren jüngeren Teilnehmern , wurde schon vorab mit dem Auto zum Camp gefahren. Unsere Wanderer wurden von Patrick so gut unterhalten, dass sie es gar nicht glauben konnten, schon am Zeltlager angekommen zu sein.

 

Abends ließen wir dann den Tag mit Würstchengrillen und Lagerfeuer und anderen Aktivitäten ausklingen.

 

Am vorletzten  Tag, also am Dienstag,  gab es morgens ein Schwerttraining mit Thomas, danach ein Stocktraining mit Lilo.

 

Im Anschluss daran wurden die Arbeiten für das Camp fällig, nämlich Aufsammeln von herumliegendem Abfall auf dem gesamten Lager, Ausleeren der  unzähligen Mülltonnen. Alle  Aikidoka wurden von Patrick in verschiedenste Dienste eingeteilt.

Zum Glück ging der Kelch des Kartoffel-Nachschälens an uns vorbei. Die Aikidoka, die frei hatten, wurden beim Fußballspielen, beim Aikidotraining, beim Trampolinspringen oder beim Baden gesehen. Detlef und Tobi machten mit einigen einen ausgiebigen Spaziergang ins Gelände.

 

Am Nachmittag wurde ein Volleyballspiel, organisiert von Nils und Torben ausgetragen. Detlef und Anja begleiteten das Spiel intensiv. Detlef agierte als Schiedsrichter sehr überzeugend. Durch die ungewohnte Anstrengung und den starken Einsatz der Aikidoka waren einige Verbände und Bandagen vonnöten. Gut, dass wir alle soviel Sanitätsmaterial dabei hatten. Kaum war das Volleyballspiel beendet und die Aufgaben des Chaosspiels (eine Mischung aus Quiz und Rallye) im Gelände verteilt, setzte ein Regen ein, der trotz aller Hoffnung gar nicht mehr aufhörte.

Alle Welt verschanzte sich in den Zelten. Nun hatten wir schon einmal Zeit, uns für die Heimfahrt vorzubereiten und uns auch innerlich vom Lagerleben zu lösen. Wie alles Schöne endete auch das Samuraicamp mit Pflichten und Aufräumarbeiten. Abends wurde der Auf- und Abdeckdienst aktiviert. Das Geschirr musste, nachdem es automatisch gespült wurde, nachgetrocknet werden.

Lena war am Abend für das genaue Einsortieren der Geschirrkästen pro Zelttisch zuständig. Zur gleichen Zeit verrichtete der Grilldienst seine Aufgaben. Leider hörte es dabei nicht auf zu regnen. Nachdem wir uns alle bei strömendem Regen mit gegrillten Würstchen und Fleisch sowie diversen Salaten gestärkt und unsere Dienste verrichtet hatten, suchten wir uns im Lager einen Aufenthaltsraum.

Das Essenhaus bot uns genügend Platz für schöne Spiele, die Patrick und Tobi aus dem Harz mitgebracht hatten. Das erste Spiel handelte von „Umpf und Schnirch“, das zweite vom Hausknecht und einem Haferpreis, gekoppelt mit vielen Niveatupfern. Es wurden Tränen gelacht, so viel Spaß hatten alle. Danach wurde ein Kartenspiel mit Platzrotieren veranstaltet, bei dem teilweise fünf Personen auf einem Stuhl saßen. Ich hörte nur noch den verzweifelten Ausruf von Anastasia: „Ich will hier raus! Ich will hier weg!“ Sie konnte ihren Spaß dabei jedoch nicht verbergen.

So gegen 23.00 Uhr ging dann auch dieser letzte Abend zu Ende. Ein wenig Wehmut war schon dabei.

 

Am nächsten Morgen durften die Aikidoka etwas länger schlafen. Detlef machte zwar noch das Angebot zum Spaziergang, jedoch meldeten sich nur noch drei „beinharte“ Interessenten.  Nach einem ausgiebigen Frühstück, und dieses Mal ohne Tischdienst gaben wir unsere Marmeladengläser wieder ab. Da das Wetter uns nun wieder gesonnen war, konnte ein Aikidotraining wieder stattfinden. Dieses Mal übernahm Anja das Training mit der Einführung einer Stock-Kata. So haben alle noch einmal mit dem Stock gearbeitet und gelernt, wie vielfältig Aikido sein kann.

 

Nach dem letzten Training und vor unserem Mittagessen waren dann alle mit dem  Abziehen der Matratzen und dem Einpacken der letzten Zeltutensilien und dem Ausfegen der Zelte  beschäftigt.

 

Die Kinder haben es den Betreuern nicht zu schwer gemacht:  Sie waren wirklich sehr lieb und kooperativ. Das Samurai Camp 2004 hat uns viel Spaß gemacht. An dieser Stelle noch einmal ein dickes Lob an die Kinder! Im nächsten Jahr wollen wir das Samurai Camp wiederholen. Leo und einige Betreuer haben ihre Unterstützung bereits zugesagt.

 

Lilo Schümann

und das Betreuerteam

 

Und nun zum Schluss noch einige Teilnehmerkritiken im Originalton: