Neue Formen im Norden

Bundeslehrgang in Malente mit Alfred Heymann vom 08. bis 10.02.2008

 

Eng war es z. T. in Malente auf dem Bundeslehrgang bei Bundestrainer Alfred Heymann. Dass so viele Teilnehmer kommen wollten und konnten, spricht für diesen Lehrgang. Was war nun das Besondere daran? Alfred brachte uns in drei Tagen und in insgesamt zehn Stunden Trainingszeit die dritte Kata des DAB nebst Kokyo-Techniken nahe.

Kaum einer wollte sich diese Gelegenheit entgehen lassen, so dass neben den ursprünglich vorgesehenen 45 Teilnehmern nun 60 hoch motivierte Aikidoka im Schichtsystem über die Matte rollten. Das hieß Sonderschichten für Alfred, der sich aber wacker geschlagen hat und uns Nordlichter durch die fünf Blöcke der recht neuen Kata führte.

Ausgangsposition Aihamni, oder war es Gyakuhanmi? Muss ich die Position wechseln oder stehe ich als Nage, wo ich vorher stand? Werfe ich Uke schräg oder auf der Linie? Alle Fragen wurden beantwortet, auch diejenigen, die die Welt vorher noch nicht kannte. Nur das Erarbeiten, das Memorieren, das Einschleifen – immer und immer wieder – das blieb und bleibt uns natürlich selbst überlassen. Wann wird er mir in Fleisch und Blut übergehen, dieser gebündelte Mix, die Kreation, das Archiv der Wurftechniken?

Als wir ausgepowert von dem Wochenende nach zwei Stunden abwechslungs- und umdrehungsreichen Kokyonage-Training am Sonntag die Kata noch einmal machen durften, da war deutlich zu fühlen, was schon in Fleisch und Blut übergegangen war und was nicht. Alfred legte das „Schmankerl“ bewusst ganz ans Ende, so wie man auch in der Danprüfung ggf. die Kata dann zeigen muss, wenn nur noch das Kleinhirn arbeitet.

Neue Formen im Norden?

Oberflächlich betrachtet war es wie sonst auch in der Sportschule des Landessportverbandes Schleswig-Holstein in Malente. Viele tolle Landeslehrgänge hatten wir hier die letzten Jahre.

Man sitzt zusammen, isst, trinkt, hat Zeit, sich zu unterhalten. Alles ist vor Ort.
Neu ist, dass diese Qualität jetzt auch in der Form Bundeslehrgang hier im Norden zu haben war. Ein weiser Schachzug, sind wir Nordlichter doch gewohnt für „4 Einheiten A“ viele Kilometer weit in den Schwarzwald zu fahren. Wieviel Zeit, Geld und Benzin sparender ist die Fahrt nach Malente (Aufs Horn fährt man ja eh auch noch.). Im Ernst, dieser Lehrgangstyp bietet nur Vorteile und sollte unbedingt weiter geführt werden. Die landeseigenen Sportstätten lassen sich sicher auch nicht nur in Schleswig Holstein nutzen. So profitiert neben dem LSV (gute Auslastung der Kapazitäten) auch der DAB als Fachverband, da das Geld, das die Mitglieder an die Landessportverbände zahlen, ihnen direkt wieder zu Gute kommt.

Auch der Austausch untereinander, unter Danträgern und Braungurten einer Großregion, ist äußerst fruchtbar. Man hat zwei Abende Zeit und so manches gute Gespräch konnten wir führen. So ist mein Fazit trotz (oder wegen) der erschöpften Glieder: Mehr davon, gerne bald wieder. Sehen wir uns in Malente?

 Frauke Drewitz, Sachbearbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit im AVSH

 

 

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
     
         
         
Fotos: Ulrich Schümann

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